PROGRAMM

Ausstellungsprogramm 2020


Januar

Lange Bahnen

Themen-Ausstellung der Vereinigung Bildender Künstlerinnen und Künstler (VBK) in Verdi

Vernissage: Donnerstag, 02. Januar ab 19 Uhr
Ausstellung: 03. Januar bis 19. Januar 2020


Bahnen – kurze oder lange – sind laut Duden geebnete Strecken.
Sie geben im Materiellen, wie auch im Ideellen die Richtung zu einem bestimmten Ziel vor. Bei Laufbahnen kann es das Karriereziel, bei Datenbahnen ein in Google eingetippter Begriff wie "Klimakatastrophe" sein, bei Autobahnen – wie in der Zeit zwischen 33 und 45 – auch Moskau.
Was setzt dieses Thema in der gestalterischen Arbeit gewerkschaftlich organisierter Künstler*innen in Gang?
Die Ausstellung findet in einer Zeit statt, in der erstmals, seitdem es Menschen gibt, der gesamte Globus von Zerstörung bedroht ist.

 

Kurator: Serio Digitalino

 

Januar / Februar

As If

Claudia Wieser

Vernissage: Freitag, 24. Januar ab 19 Uhr
Ausstellung: 25. Januar bis 01. März 2020


Der Kunstpavillon München hat eine bewegte Geschichte hinter sich:
Das Ausstellungsgebäude wurde 1936 in der Zeit des Nationalsozialismus (zusätzlich zu dem am Englischen Garten errichteten Haus der Kunst) gebaut und an die Stelle des Münchner Glaspalastes, der 1931 ausbrannte, gesetzt.
Man muss vorsichtig sein wenn man an diesem Ort Kunst zeigt.
Die dem Gebäude inhärenten Mechanismen greifen nach wie vor sehr gut.

Absurdes Theater.
Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf die natürliche Distanz die im Theater zwischen Betrachter und Bühne entsteht.
Der Zuschauer sitzt in einem geschlossenen Raum und schafft, automatisch schon, eine Distanz zwischen sich und dem, was auf der Bühne passiert. Als - Ob Situationen werden auf der Bühne entworfen und wahrgenommen. 
Die monumentale Architektur des Kunstpavillons geht in eine andere Richtung -  indem sie den Betrachter komplett umfängt, ihn damit der Welt zu entrücken versucht und ihn somit undistanzierter Teil der Inszenierung werden lässt.

Die Künstlerin hat sich aus dieser Wahrnehmung heraus entschlossen - fast ausschließlich durch die Neukombination von vorhandenen Arbeiten – eine absurde komische „Welt“ zu erschaffen. Eine Antwort auf die steinerne Monumentalität in Form von spielerisch eingesetzten "sinnlosen" Elementen wie Fliesenwände, Säulen, "Spiegelwolken",  in seltsame Formen geschnittene Fake Mauern.
Dem Gebäude wird eine Als – Ob - Ebene eingezogen, alles hat Vorschlagscharakter, nichts ist endgültig, der Raum wird zur verwaisten Bühne auf der man nur noch die Überreste des großen Dramas vom Vorabend findet.

Claudia Wieser (1973) hat nach einer Ausbildung zur Kunstschmiedin an der Münchner Akademie der Bildenden Künste Malerei studiert und wohnt derzeit in Berlin.
Sie hat an zahlreichen Ausstellungen im In - und Ausland teilgenommen und ist in einer Vielzahl von öffentlichen wie privaten Sammlungen mit ihren Werken vertreten.

In diesem Jahr wird sie mit Einzelausstellungen im Smart Museum Chicago und Bemis Center for Contemporary Art in Omaha, USA vertreten sein.

 

 

 

 

März/ April

3 on

Isabelle Enders, Simone ten Hompel, Silvia Weidenbach

Ausstellung: 11. März bis 27. März 2020
Öffnungszeiten: Di-Sa. 13-19 Uhr, So. 11-17 Uhr

 

3 on ist eine Momentaufnahme von drei künstlerischen Positionen im Austausch. Die in Nürnberg, London und Glasgow lebenden Künstlerinnen arbeiten, forschen und lehren jeweils an der Schnittstelle von Kunst, Handwerk und Design und haben sich im letzten Jahr unabhängig voneinander mit historischen Gold- und Silberschmiedearbeiten beschäftigt. Die Ausstellung zeigt Parallelen ihrer medial und disziplinär hybriden Praxis und Recherche.

Isabelle Enders (*1979) besuchte die Berufsfachschule für Glas und Schmuck in Kaufbeuren-Neugablonz und studierte von 2006 - 2014 an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg in den Klassen Freie Kunst/Gold- und Silberschmieden und Kunst und öffentlicher Raum. Sie ist Meisterschülerin von Prof. Ulla Mayer und u.a. Preisträgerin des Bayerischen Staatspreises 2013, des Dannerpreises 2014 sowie des Grassipreises 2018. Ihre Arbeiten sind meist handlungsbezogene Objekte, welche durch ihre Funktion (oder auch Dysfunktion) scheinbar bekannte Handlungsabläufe hinterfragen und neue anbieten.

Simone ten Hompel absolvierte im dualen System der Fachoberschule eine Schlosserinnenlehre und studierte von 1979-1984 an der FH Düsseldorf Produktdesign / Schmuck und Gerät. Seit dem Studium am Royal College of Art von 1987-1989 ist sie mit Werkstatt und Dozentinnentätigkeit in London wohnhaft. Sie ist u.a. Preisträgerin des "Jerwood Applied Arts Prize 2005: Metal", des Bayerischen Staatspreises 2012 und war im Jahr 2018 Stadtgoldschmiedin in Schwäbisch Gmünd. Simone ten Hompel ist interessiert am Leben von Menschen sowie dem Eigenleben von Objekten. Deren Konstrukt gibt sie in erzählerischem 3D "Text" durch unterschiedliche Materialien, Formen und Funktionen wieder

Silvia Weidenbach (*1980) besuchte die Berufsfachschule für Glas und Schmuck in Kaufbeuren-Neugablonz und studierte von 2003 - 2009 an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule in Halle im Fachbereich Schmuck und von 2009 -2011 am Royal College of Art in London. Sie ist u.a. Preisträgerin des Jerwood maker Preis, 8th Hanauer Stadtgoldschmiedin sowie die erste Gilbert Collection Artist in Residence im Victoria & Albert Museum. Ihre Arbeiten kombinieren analoge und digitale Prozesse. Sie erforscht neue Möglichkeiten, Werte und die Relevanz der neuen digitalen Werkzeuge im Schmuckbereich.

 

 

 

 

 

ab 29. Mai

Jubiläum – 70 Jahre Kunstpavillon

 

Ausstellung: ab 29. Mail 

 

Was wäre, wenn bestimmte Organisationsformen Stoffe enthielten, die Freiheit, Demokratie und friedliche Entwicklung erodieren? Könnten womöglich solche Organisationsformen die Zukunft von Gesellschaft unmöglich machen; zum Beispiel angesichts der Klimakrise ein rechtzeitiges Umsteuern blockieren? Hat die Kraft heutiger Start-Ups etwas gemeinsam mit dem Willen zum Aufbau nach dem Zweiten Weltkrieg? Gibt es einen Langen Marsch durch die Kreativwirtschaft? Welche Rolle hat das Haus der Kunst im 21. Jahrhundert für sich gefunden? Seit wann ist München keine Metropole der Gegenwartskunst mehr, jedoch ein Zentrum global agierender Unternehmen?

Von 1948 bis 1950 renovierten Künstler*innen auf eigene Initiative die Kriegsruine im Alten Botanischen Garten, um dort wieder ihre im Faschismus verfolgte Kunst zeigen zu können. Ideell dem 1931 an dieser Stelle abgebrannten Glaspalast verpflichtet, der Mün- chens Ruf als Stadt der Kunst und Kultur einst begründete.

Anlässlich des 70. Jubiläums des Kunstpavillons war ursprünglich eine Ausstellung geplant, welche die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Ortes und die wechselnden Herausforderungen an den mittlerweile ältesten artist-run space Münchens beleuchten und hinterfragen sollte.

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19 Pandemie hatten eine Änderung der Konzeption des Jubiläums zur Folge. Statt der Ausstellung im geschlossenen Raum werden nun die Außenwände bespielt. Dabei liegt die Betonung auf der Wahrnehmung der ursprünglichen Architektur. Die Außenwand des Kunstpavillons wird zur graphischen und konzeptionell-gestalteten Wandzeitung. Auf Postern, die in ihrer Zusammenstellung die Wandzeitung bilden, wird die Geschichte des Pavillons aufgearbeitet und zugänglich gemacht.

Die bis Ende des Jahres geplante Plakatierung der Flächen lenkt so mit Fragen, Statements und Bildern den Blick auf die Vergangenheit des Gebäudes um in der jetzigen Gegenwart über die Zukunft nachzudenken.

 

 

 

 

 

Juni/ Juli

Melanie Chacko, Elke Dreier, Paula Leal Olloqui



Vernissage: Donnerstag, 02. Julii ab 19 Uhr
Ausstellung: 03. Juli bis 02. August 2020

 

Man sagt, dass der Kontakt zwischen den beiden Linien an zwei Punkten stattfindet, die unendlich nah sind, während der Kontakt an einem oder mehreren separaten Punkten stattfindet.

Melanie Chacko (*1986), Elke Dreier(*1984) und Paula Leal Olloqui (*1984) haben an der Akademie der Bildenden Künste in München studiert und alle die Debutantenförderung des Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst erhalten. Mit ihrer jeweils eigenen Herangehensweise verhandeln die Künstlerinnen in ihren Werken Fragestellungen zu Raum, Bewegung und Sprache.

 

 

 

 

August

Seerosenpreis

Ausstellung der Preisträgerinnen und Preisträger

Die Ausstellung der Preisträgerinnen und Preisträger des Seerosenpreises 2020 wird wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19 Pandemie auf August 2021 verschoben.  

 

 

28. August 2020

BRING in WEIGHT - Kritik am Populismus

Ein One Day Event in & rundum den Kunstpavillon

Freitag 28. August 2020 von 15.00 bis 24.00 Uhr

 

Bring in Weight: eine künstlerische und theoretische Kritik am Populismus.

Künstler- und Theoretiker*innen treffen sich in mehreren Städten (Berlin, Maribor, München und Zürich) um ihre Sicht auf das Phänomen des Populismus darzustellen und Diskussion und Dialog mit Kolleg*innen zu stimulieren. Bring in Weight zeigt, wie Künstler- und Theoretiker*innen individuell die Welt wahrnehmen, welchen Einfluss diese auf sie nimmt und wie sie diese Informationen in ihre Werke einfließen lassen.

In Kurzvorträgen bringen Künstler*innen und der Philosoph Jernej Kaluza eine Vielfalt an Sichtweisen ein, dabei wird der Begriff 'Populismus' auf seine Bedeutung untersucht. Dies gilt auch für körperbezogene und sound-noise Beiträge: In diesem Mix verbinden wir Wort und Klang, um das populistische Getöse aktueller Demagogen kritisch hervorzuheben, aber auch um hinzuweisen auf die veränderten zwischenmenschlichen Beziehungen durch die aktuelle Pandemie, und die binäre, polarisierte Welt (mit anderem Sprachumgang, Empfindungen & Empathie, und Twitter als Leitmotiv) die konkrete physische Veränderungen im urbanen Leben einbringt.

Teilnehmer*innen München: Danilo Bastione (MUC), Mirjam Bayerdörfer (ZRH), Maria Justus (MUC), Jernej Kaluza (Ljubl.), Philip Kojo Metz (BLN), Mladen Miljanovic (BanjaLuka), Robert Prosser (Alpbach A), Domino Pyttel (MUC), Philipp Rhensius (BLN), Ann Schomburg (BLN) , Julie Semoroz & Swann Thommen (GNV)

 

September/ Oktober

breeding shapes

Veronika Hilger

Vernissage: Donnerstag, 10. September ab 19 Uhr
Ausstellung: 11. September bis 18. Oktober 2020
Öffnungszeiten: Di-Sa. 13-19 Uhr, So. 11-17 Uhr

 

Veronika Hilgers Arbeiten entstehen in dem Zwischenreich zwischen Imagination und Repräsentation. Wie ein Garten ist es zugleich natürlich und künstlich. Gesehenes, Erinnertes, Erfahrenes und Gefühltes bilden seinen Nährboden

Hier werden amorphe wie biomorphe Formen und Räume kultiviert. Sie materialisieren sich durch das Bildermachen, seine Versprechungen und Illusionen.

Veronika Hilger (*1981) studierte Freie Malerei bei Axel Kasseböhmer und Jean-Marc Bustamante an der AdBK München (Meisterschülerin). Sie lebt und arbeitet in München.

 

 

 

 

Oktober/ November/ Dezember

Vereinigung Bildender Künstlerinnen und Künstler (VBK) für den künstlerischen Nachwuchs

Förderausstellung

Vernissage: Donnerstag, 29. Oktober ab 19 Uhr
Ausstellung: 30. Oktober bis 23. Dezember 2020
Öffnungszeiten: Di-Sa. 13-19 Uhr, So. 11-17 Uhr

 

Förderung für junge Künstler/innen am Anfang ihrer Professionalität. Die Auswahl trifft die Vereinigung bildender Künstlerinnen und Künstler (VBK).

 

 

 

 

Mitglieder der Vereinigung Bildender Künstlerinnen und Künstler (VBK) in ver.di

Jahresausstellung

Vernissage: Donnerstag, 26. November ab 19 Uhr
Ausstellung: 27. November bis 23. Dezember 2020
Öffnungszeiten: Di-Sa. 13-19 Uhr, So. 11-17 Uhr

 

Förderung für junge Künstler/innen am Anfang ihrer Professionalität. Die Auswahl trifft die Vereinigung bildender Künstlerinnen und Künstler (VBK).

 

 

 

 

 

 

Änderungen möglich; Stand: 14.05.2020